Mit "Handshake" ins Internet starten
Gemeinnütziger Internet-Verein jetzt auch in St. Wendel
Komfortabel im Internet surfen: Ein Verein will den St. Wendelern den Weg ebnen.

 

St. Wendel (jam). Das Internet bietet eine unübersehbare Fülle von Angeboten - wenn man es sich denn leisten kann. Das Netz zu möglichst geringen Kosten und in möglichst guter Qualität anzubieten, bemüht sich seit 1989 der Saarbrücker Verein "Handshake e. V.". Seit März dieses Jahres ist der Verein auch in St. Wendel vertreten.

Wichtigstes Ziel von Stefan Zimmer und Claus Rothhaar, den Verantwortlichen in St. Wendel, ist derzeit, die Mitgliederzahl in St. Wendel von 20 auf 50 zu steigern (insgesamt hat der Verein bisher 950 Mitglieder). Denn erst ab dieser Zahl lohnt sich eine eigene Standleitung für St. Wendel, mit der alle Mitglieder für zwei Mark pro Stunde zum Ortstarif im Netz surfen können. Bisher müssen sich die St. Wendeler dazu noch in Saarbrücken einwählen.

Vor Ort ist es bisher nur möglich, sich nach eigenen Wünschen Seiten zusammenstellen zu lassen, diese kompakt auf den eigenen Rechner zu überspielen und sie bei getrennter Telefonverbindung in aller Ruhe zu lesen.

Als Anreiz für neue Mitglieder verspricht der Verein seinem 1000. Mitglied ein Modem oder eine ISDN-Karte. Unabhängig davon ist eine vierwöchige Probemitgliedschaft möglich. Einen wichtigen Vorteil von Handshake gegenüber professionellen Anbietern sehen Zimmer und Rothhaar in der gegenseitigen Unterstützung der Mitglieder, die nach ihren Angaben aus allen sozialen Schichten und Berufssparten kommen. "Bei uns findet man immer jemanden, der einem bei EDV-Problemen weiterhelfen kann", verspricht der Elektroingenieur im Ruhestand, Claus Rothhaar, der seit mittlerweile 15 Jahren im Internet zu Hause ist. Zur Pflege der Vereinskontakte gibt es in Saarbrücken und Homburg seit langem einen monatlichen Vereinsstammtisch, ein eigener Treffpunkt für St. Wendel ist in Planung.

 
Internet für Blinde

Weiteres Anliegen des Vereins ist die Heranführung von Behinderten an elektronische Medien. Unter den Vereinsmitgliedern sind derzeit schon 20 Blinde (davon einer in St. Wendel). Diese können über Handshake das speziell für Blinde gemachte "blindnet" erreichen, so Zimmer. "Blinde können ja mit den ganzen bunten Bildchen, die sich im Internet ausbreiten, nichts anfangen", erläutert er. Deshalb sei das Blindnet speziell auf die Lesesoftware für Blinde ausgelegt. Weiter angepeilt sind für St. Wendel Kurse und Vorträge zum Thema Datennetze, die in Saarbrücken bereits regelmäßig mit der Volkshochschule angeboten werden.

Schließlich rechnet sich Claus Rothhaar für seinen Verein auch bei der Internet-Anbindung der St. Wendeler Schulen noch Chancen aus. Schließlich habe Handshake schon mehreren Schulen im ganzen Saarland den Weg ins Netz geebnet. "Wir bieten im Moment den hochwertigsten Zugang, den man im Saarland haben kann", glaubt Stefan Zimmer, der als "System Operator" für die Technik in St. Wendel zuständig ist. Dies sei möglich, weil Handshake als privater Verein nicht auf Gewinne angewiesen sei.

 

Informationen

Stefan Zimmer, Tel: (06851) 82275, oder Claus Rothhaar, Tel: (06851) 4412.