1.1 Usenet, Internet und Sub-Netze
Die verblüffendste Eigenschaft der meisten UUCP-anwendenden Personen und derer, die es werden möchten, ist, daß sie gar nicht wissen, an welchem Netz sie da eigentlich teilnehmen (wollen). Grund der Verwirrungen ist, daß wir es hier nicht mit einem homogenen Netz wie z.B. dem FidoNet oder MausNet zu tun haben , dessen Systeme alle in einer zentralen Liste erfaßt sind. Niemand weiß genau, wieviele Teilnehmer das Netz hat - die Schätzungen bewegen sich zwischen hunderttausend und einigen Millionen - und niemand kann sagen , wer nun mit welcher Technik daran teilnimmt.
Glücklicherweise gibt es bestimmte technische Standards, die in diesem Netzbereich weit verbreitet sind , und anhand dieser Standards läßt sich eine grobe Einordnung treffen.
Eine Ausnahme bildet das UUCP-Protokoll, auf das wir noch näher zu sprechen kommen werden. Es ist nicht in den RFCs beschrieben.
Um es noch einmal zu verdeutlichen: Das Usenet ist kein geschlossenes, physikalisches Netz, genausowenig wie "die Autofahrer" eine geschlossene Bevölkerungsgruppe sind.
Da Sie mit CrossPoint öffentliche Nachrichten austauschen werden, dazu noch im RFC-Format, nehmen Sie mit CrossPoint am Usenet teil.
Die Aufgabe des Internets besteht darin, die Infrastruktur für bestimmte Dienste zur Verfügung zu stellen. Wichtige Dienste sind z.B. der Austausch von öffentlichem (News) und private Nachrichten (Mail), die Übertragung von Dateien (FTP) und das Herstellen von Online-Terminal-Verbindungen zu einem Internet-Rechner ( Remote Login). Technische Grundlage für diese Dienste bilden wiederum entsprechende RFC-Standards.
Betreiber des Internet sind hauptsächlich Firmen, Universitäten und öffentliche Einrichtungen. Als privater Anwender werden sie wegen der hohen Kosten normalerweise nicht direkt am Internet teilnehmen; CrossPoint ist auch gar nicht dafür ausgelegt.
Ein Beispiel für ein solches Sub-Netz ist das gleichnamige SubNet in Deutschland - ein Zusammenschluß von Privatpersonen, die ihre Rechner über Modem- und ISDN-Verbindungen zu einem logischen Netz verknüpft haben. Der zentrale Rechner des SubNet verfügt über einen InterNet-Zugang und wickelt den Verkehr mit der Außenwelt ab. Daneben gibt es auch viele regionale Sub-Netze wie z.B. Hanse- Networking (das HanseNet) in Hamburg oder das Hannover-Net (HanNet) in Hannover. Diese Netze besitzen oeffentliche Modem- und ISDN- Zugänge, die Sie für unterschiedliche Gebühren nutzen können.
Halten wir also fest: Als CrossPoint-Anwender - oder allgemein : als
Benutzer einer UUCP-Software - nehmen Sie an einem RFC-basierten
Sub-Netz teil und nutzen dessen Mail- und News-Dienste . Da dieses
Netz mit dem Internet verbunden ist, können Sie auch Nachrichten mit
Internet-Teilnehmern (z.B. in Firmen oder Universitäten)
austauschen.
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1.3 UUCP - das Übertragungsprotokoll
UUCP? Kann man das essen?
Nein, ganz sicher nicht. UUCP steht für Unix to Unix CoPy - ein ursprünglich für UNIX entwickeltes Programmpaket, das nichts weiter macht , als Dateien zwischen zwei Rechnern auszutauschen und ggf. eine Weiterverarbeitung dieser Dateien zu veranlassen . Die Beschränkung auf UNIX ist längst aufgehoben, aber der Zweck ist der gleiche geblieben: UUCP ist ein Standardverfahren zum Austauschen von Nachrichtenpaketen zwischen RFC-Netz-Systemen (für Fido-User: es entspricht in seiner Funktion in etwa einem Fido-Mailer).
Der Nachrichtenaustausch zwischen zwei UUCP-Systemen läuft in drei Schritten ab:
Zunächst meldet sich das anrufende System beim angerufenen an, indem
es seinen Systemnamen und ggf sein Paßwort sendet (Login). Diese
Anmeldung ist *nicht* Teil der UUCP-Spezifikation und kann bei jedem
System wieder ein wenig anders aussehen . Bei den meisten Systemen
wird CrossPoint sich automatisch anmelden können, aber bei einigen
Systemen wird es nötig sein, ein speziell angepaßtes Anmeldescript
zu schreiben; mehr dazu später.
Nach der Anmeldung wird das sogenannte uucico-Programm gestartet
(bei XP: UUCICO.EXE), das die weitere Übertragung vornimmt. Das
anrufende und das angerufende System einigen sich nun auf eines der
folgenden UUCP-Übertragungsprotokolle, das anschließend gestartet
wird und für den eigentlichen Dateiaustausch sorgt:
CrossPoint unterstützt alle möglichen UUCP-g-Blockgrößen von 32 bis zum einem Maximum von 4096 Bytes. Es kommt darüberhinaus mit beliebig wechselnden Blockgrößen während einer Verbindung zurecht, sodaß es mit jeder nur denkbaren Gegenstelle zusammenarbeiten sollte.
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