Lektion : Modes
Lektion : Modes von Mike Livengood
(lvengood@gene.com)
Modes: Tonarten
Was ist ein Mode? Nein, es ist nicht das grüne Zeug das einen alten
Käse im Kühlschrank wachsen lässt.
(Mist, der Gag klappt nicht im deutschen...) Ein Mode ist...eine Tonart...also,
das ist schwer zu erklären.
Doch lass es uns mal zusammen durcharbeiten und schauen ob wir es selbst
rausfinden können was eine Tonart sind.
Lass uns mit der C-Dur (Cmaj) Tonleiter anfangen. C-D-E-F-G-A-B-C
2 Oktaven in TAB Form:
E-------------------------------------------
B----------------------------------10-12-13-
D--------------------------9-10-12----------
G------------------9-10-12------------------
A----------8-10-12--------------------------
E--8-10-12----------------------------------
Dies ist die C Major Tonleiter in ihrer natürlichen Tonart , startend
auf dem C. Diese natürliche Tonart wird die Ionische Tonart genannt.
Nichts besonderes, siehst du, du hast schon eine Tonart gekannt. Was ist
mit den anderen Tonarten.
Also, was ist wenn wir am spielen sind und unsere Griffolge besitzt einen
C7 Akkord (welcher eine kleine Septime (b7) hat) und wir wollen uns zwingen
darüber eine Melodie oder ein Solo zu spielen? Anstelle unserer normalen
Tonleiter-siebten (B) zu spielen , spielen wir statt dessen die selbe Tonleiter
,doch vermindern jedesmal die 7. (Bb).
Nichts besonderes, nur die eine Note. So sieht unsere Tonleiter jetzt aus:
C-D-E-F-G-A-Bb-C
2 Oktaven in TAB Form:
E-------------------------------------------
B----------------------------------10-11-13-
D--------------------------9-10-12----------
G------------------8-10-12------------------
A----------8-10-12--------------------------
E--8-10-12----------------------------------
Moment mal! Ich kenne diese Noten. Ja, ein einzelnes Bb ist das Tonartvorzeichen
für F-Dur/D Moll. Verblüffend!
Wer hätte das gedacht? Aber ich spiele nicht in F-Dur oder D-moll
.
Hmm. Meine Griffolge ist immer noch in C. Ja, Ich bin immer noch in C,
doch ich bin nicht länger in der Ionischen Tonart. Mit der kleinen
Septime bin ich nun in der Mixolydischen Tonart. Ich weiss, es hört
sich an, als wären wir in ein ausser-
irdisches paralleluniversum transportiert worden. Doch keine Angst, es
ist nur ein Weg zum Spielen.
Hey Jungs, wartet! Offensichtlich hat die Band gerade nach C-moll gewechselt.
Ich kenne aber meine C moll Skala.
C-D-Eb-F-G-Ab-Bb-C
E-------------------------------------------
B----------------------------------9-11-13--
D--------------------------8-10-12----------
G------------------8-10-12------------------
A----------8-10-11--------------------------
E--8-10-11----------------------------------
Schon wieder habe ich die Tonart gewechselt. Was wir bisher immer die
"Moll-Tonleiter" nannten heisst hier jetzt C Äolische Tonart. Während
die Mixolydische Tonleiter eine kleine (b7) Septime hat, besitzt die Äolische
eine verminderte Terz (b3), eine verminderte sexte (b6) und eine kleine
Septime (b7). Wie du ausserdem siehst, sind es die selben Noten, wie in
der Eb Durtonleiter.
OK, Jetzt gehen mir die Jungs aber auf die Nerven. Wir haben gerade zu
einer Griffolge gewechselt, die sich auf Cm6 passt. Hmmm. Als erstes,
was ist ein Cm6? Also, das ist ein Cm (C-Eb-G) mit einer Dur Sechsten (6th)
zusätzlich (A).
Schuss, Ich kann nicht diese Skalen weiterspielen, wenn ich den Cm6 Sound
erzwingen will. Entweder muss ich den Terz der Mixolydischen Skala vermindern
(b3), oder die 6th der Äolischen Skala zu erhöhen (#6). OK. Lass
mal probieren.
Die neue Tonleiter ist:
C-D-Eb-F-G-A-Bb-C
E-------------------------------------------
B----------------------------------10-11-13-
D--------------------------8-10-12----------
G------------------8-10-12------------------
A----------8-10-12--------------------------
E--8-10-11----------------------------------
Da ist es. Es klappt. Diese neue Tonleiter ist die C-Dorisch-Tonleiter
und beinhaltet eine verminderte Terz (b3) und eine kleine Septime (b7).
Es sind auch die Noten der Bb - Durtonleiter. Cool. Langsam komm ich dahinter.
Keine Panik, wir werden am ende sehen, ob du verloren gegangen bist.
Du weisst, ich habe schon immer den Sound der passierenden Töne in
Tonleitern gemocht. Diese Töne sind für gewöhnlich Noten,
die hinzugefügt wurden um für Farbe oder Spannung zu sorgen.
Du weisst wie wir die Moll-Pentatonik in eine
Moll-Blues umwandeln, indem wir eine erweiterte Quart (#4, sharp four,
Die "Blue Note") hinzufügen?
Lass uns so etwas mit der Dur-Skala machen. Wir werden die Quart (4) mit
einer erweiterten Quart (#4) ersetzen. So etwa:
C-D-E-F#-G-A-B-C
E-------------------------------------------
B----------------------------------10-12-13-
D--------------------------9-11-12----------
G------------------9-10-12------------------
A----------9-10-12--------------------------
E--8-10-12----------------------------------
Diese neue Tonleiter ist die Lydische Tonleiter, und beinhaltet die C-Dur
Skala mit einer erweiterten Quart (#4). Es sind auch die Noten der G-Dur
Tonleiter. Bemerkst du auch die drei Ganztonschritte am Anfang der
Skala? Und wie die
erweiterte Vier zur Quinte der Skala führt? Spiel dies mal einige
Male rauf und runter.
Versuche aus diesen Noten eine kleine Melodie zu machen.
OK. Du sagtest, du willst einen anderen Sound. So etwas wie einen Moll
b9 Sound. Also lass es uns ausprobieren... oh..oh..warte. Wir haben
keine None (9) um sie zu vermindern. Wir haben nur eine Zwei. Na gut, wird
schon passen.
Wir nehmen also unsere C Moll (Äolische) Skala und vermindern die
Sekunde (2).
Wie hier:
C-Db-Eb-F-G-Ab-Bb-C
E------------------------------------------
B---------------------------------9-11-13--
D-------------------------8-10-12----------
G-----------------8-10-11------------------
A---------8-10-11--------------------------
E--8-9-11----------------------------------
Diese neue Skala ist die C - Phrygische Tonart, und hat eine b2, b3, b6,und
b7. Es sind auch die Noten der Ab - Durtonleiter. Versuche dies über
einen Cm7 und höre dir an wie es klingt. Oder vielleicht ein Cm7-9
nach Abmaj7.
Cm7 Cm7-9
E--3-----9---
B--4-----8---
G--3-----8---
D--5-----8---
A--3-----10--
E--------8---
OK, jetzt willst du endgültig verrückt werden, und die Quinte
der Phrygischen Skala vermindern (b5).
OK. aber sag es nicht deinen Eltern. Die neue Skala wäre:
C-Db-Eb-F-Gb-Ab-Bb-C
E-----------------------------------------
B--------------------------------9-11-13--
D------------------------8-10-11----------
G----------------8-10-11------------------
A---------8-9-11--------------------------
E--8-9-11---------------------------------
Diese neue Skala ist die C-Lokrische Tonleiter und hat die selben Noten
wie die Db Durtonleiter.
Das würde über einen Cm7b5 passen.
Aus einer anderer Sicht, wäre der folgende Weg möglich :
Ein Mode ist eine versetzte Skala. Dadurch, das wir den Startpunkt einer
anderen Skala verschoben haben, haben wir eine neue Tonleiter gewonnen.
Die nachfolgende Tabelle fasst zusammen, was wir lernten.
Mode
Versetzungszeichen
In C Major startet auf:
Ionisch weder "-es"
noch "-is" (b / #)
C
Dorisch b3, b7
D
Phrygisch b2, b3, b6, b7
E
Lydisch #4
F
Mixolydisch b7
G
Äolisch b3, b6,
b7
A
Lokrisch b2, b3, b5, b6,
b7
B
Um der Tabelle zufolge eine E Phrygische Skala zu spielen, spielst du eine
C Dur Skala doch starte auf dem E und ende auf dem E.
Du siehst, eine A Äolische Skala und eine D Dorische und all die Skalen
drüber, haben die selben Noten wie die C Dur Skala, nur mit
verschieden zusammengesetzten Intervallen.
Nachfolgend ist eine Übung, die dich durch alle sieben Modes bringt.
Es sollte ruhig gespielt werden und ab einem bestimmten Tempo spielst du
jede Mode doppelt.
C Ionisch
E----------------------------l
B----------------------------l
D-------------4--------------l
G-------3-5-7---7-5-3--------l
A-3-5-7---------------7-5-3--l
E----------------------------l
C Mixolydisch (b7)
E----------------------------l
B----------------------------l
D-------------3--------------l
G-------3-5-7---7-5-3--------l
A-3-5-7---------------7-5-3--l
E----------------------------l
C Dorisch (b3, b7)
E----------------------------l
B----------------------------l
D-------------3--------------l
G-------3-5-7---7-5-3--------l
A-3-5-6---------------6-5-3--l
E----------------------------l
C Äolisch (b3, b6, b7)
E----------------------------l
B----------------------------l
D-------------3--------------l
G-------3-5-6---6-5-3--------l
A-3-5-6---------------6-5-3--l
E----------------------------l
C Phrygisch (b2, b3, b6, b7)
E----------------------------l
B----------------------------l
D-------------3--------------l
G-------3-5-6---6-5-3--------l
A-3-4-6---------------6-4-3--l
E----------------------------l
C Lokrisch (b2, b3, b5, b6, b7)
E----------------------------l
B----------------------------l
D-------------3--------------l
G-------3-4-6---6-4-3--------l
A-3-4-6---------------6-4-3--l
E----------------------------l
B Lydisch (#4)
E----------------------------l
B----------------------------l
D-------------3--------------l
G-------3-4-6---6-4-3--------l
A-2-4-6---------------6-4-2--l
E----------------------------l
Bemerke auch hier, das wir auf B Lydisch enden, wenn wir die Grundnote
der C Lokrischen Skala vermindern (b1). Dadurch haben wir (b1, b2, b3,
4, b5, b6, b7) oder eine B Lydisch Skala (#4).
Zur Übersicht, die C-Lydische Skala wäre:
C Lydisch
E----------------------------l
B----------------------------l
D-------------4--------------l
G-------4-5-7---7-5-4--------l
A-3-5-7---------------7-5-3--l
E----------------------------l
OK...Jetzt sind wir alle Tonart-Experten und können aufbrechen um
die Musikwelt zu erobern.
(Vielleicht später)
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M.L.
Mike Livengood (lvengood@gene.com)
Deutsche Übersetzung Stephan Müller (s.mueller@hit.handshake.de)