Das Saarland war von Anfang an ein reines Agrarland.Angebaut wurde Getreide.Man lebte recht und schlecht davon.Es gab viele Missernten,und der Ertrag war auch nicht hoch.
Um 1860 wurde dann die Kartoffel eingeführt.Sie wurde das Grundnahrungsmittel schlechthin.Aus der Not geboren.
Fürst Wilhelm Heinrich von Saarbrücken förderte den Anbau um die häfigen Hungersnöte zu mindern.Die Kartoffel wuchs auch auf mageren Böden und ließ sich gut lagern.
Der hohe Vitamin und Mineraliengehalt half auch Mangelerscheinungen vorzubeugen.
Zuvor bestanden die Mahlzeiten hauptsächlich aus Getreide und Rüben.Großbauern auch Pferdebauern ( Päärdsbaure ) genannt, weil sie Pferde besaßen, bauten die Kartoffel im großen Stil an.
Diese wurden verkauft zum Teil,selbst gegessen und der andere Teil wurde zu Schnaps gebrannt.
Die Kartoffel wurde dann auch nach vielen verschiedenen Rezepten,je nach Geldbeutel,zubereitet.Das niedere Volk wie Tagelöhner,Knechte u.s.w bekamen sie als " Gequwellte ",also in der Schale gekochten und mit der Schale verzehrt,( am besten schmecken sie am offenen Grillfeuer aufgespiesst ) als gekochte,rohe in Form von Klößen und Dibbelabbes,mit Käse,mit Sauerkraut.
Gestampft mit Buttermilch ( Dickmilch ) ,als Pfannkuchen oder als Suppe.Gelagert wurden sie im Keller.
Sauerkraut und andere Gemüse gesäuert lagerten in einem Regal an der Wand in irdenen Töpfen.
Dort wurden auch in einem Topf die Ersparnisse aufbewahrt.Man sagte dann auch," der hat was auf der hohen Kante ".Wurst und Fleisch gab es nur selten.Und wenn dann nur Sonntags.Das war auch 1950 noch so.Und das größte Stück bekam immer der Vater.Damit der uff de Arwet nit umfallt.Im Saarland gibt es auch heute noch die Grumbierferien.Dies war früher nötig,da die Kinder beim Ausmachen der Kartoffeln mit helfen mußten.In dieser Zeit,manchmal auch heute noch,branntenüberall nach dem Ausmachen die Kartoffelfeuer.Da wurde das inzwischen getrocknete Kraut verbrannt.Und in der glühenden Asche wurden dann die Kartoofel auf einen Stab gespießt gebrate.Dazu gab es Dickmilch oder Kochkäse.Ein bis heute in meiner Erinnerung gebliebener Genuß.Dabei wude die Kartoffel in der Schale in demeinsamen Topf mit Käse getunkt,abgebissen und mit der Milch hinuntergespült.Erst viel später gab es Löffel.Aber keine Gabeln.Jeder hatte seinen eigenen Lö den er sein Leben behielt.Bei seinem Tod gab er ihn ab." Der hat de Löffel abgebb ".Diese waren dann aus Zinn und wurden von fahrenden Zinngießern, die von Ort zu Ort zogen ,individuell hergestellt.Kartoffel gestampft gab es Morgens,Mittags und Abends .Mit Dickmilch.Wenn man hatte
Es gab damals vier Klassen in der Gesellschaft......
1.) Die Adligen und Firmenbarone mit viel Geld.Lebten wie Gott in Frankreich.War alles untertan
2.) Die Pferdebauern.Sie hatten auch Pferde und konnten grosse Flächen bearbeiten.
3.) Die Kuhbauern hatten nur Kühe und verkauften Milch und deren Produkte.
4.) Die Tagelöhner.Sie waren bettelarm und wussten nicht was der nächste Tag brachte.

Einer profitierte vom andern.Von oben nach unten.Die Tagelöhner und Kleinbauern mußten für ihre Behausung selbst sorgen.Junggesellen kamen meist bei den oberen 2 Gruppen im Hof in den Gesindehäusern unter.Sie besaßen kein Land und konnten auch keine Vorräte anlegen.Sie lebten von der Hand in den Mund.Sie waren die ersten die bei der Industrialisierung als Erste zu den Hütten und Bergwerken gingen.Ihre Lage verbesserte sich dadurch.Danach kamen die Kleinbauern.Sie arbeiteten in der Industrie und nach Feierabend zu Hause weiter.Trotzdem verdienten sie immer noch weniger als sie zum Leben brauchten.Sie mußten oft lange Wege zu Fuß in Kauf nehmen.Deswegen nannte mann sie auch " Päädchesdribbler ".Sie gingen wie mein Großvater und Onkels bis zu 2 Stunden zu Fuß und zurück.Andere die zu weit weg wohnten,wie die aus dem Hunsrück,wohnten in Schlafhäusern der Werke und fuhren nur am Wochenende nach Hause.Oder sie waren Kostgänger.Das waren Junggesellen meist die bei einer Familie ein Zimmer gemietet hatten zum Schlafen.Dieses wurde oft zweimal vermietet.Einmal an die Nachtschicht,zum anderen an die Tagschicht.Oft kochte die Hausfrau auch für sie,Bratkartoffel wie üblich,wenn der Ehemann zur Schicht wahr.Na ja.Das war dann das berühmte " Bratkartoffelverhältnis ".
Die Industrie Boomte jetzt immer mehr.Jetzt gingen auch die Kleinbauern zur Hütte oder Grube.Die Hausarbeit und das Vieh und Land machte dann die Hausfrau alleine.Hatte der Mann dann Feierabend mußte er die gröbere Arbeit verrichten.Die Berg-und Hüttenwerke unterstützten dann mit Krediten die Ansiedlung dieser Arbeiter in der Nähe des Arbeitsplatzes,und banden sie auch ans Werk.Das war dann ein Einfamilienhaus einfacher Art mit Garten,Stall und Vorratsraum.Da wurden dann auch Hasen und Bergmannskühe ( Ziegen ) sowie oft auch noch ein Schwein gezüchtet.Das Schwein als Allesfresser lebte praktisch vom Abfall.Kartoffeln deckten dann mit Speck und Zwiebeln den hohen Kalorienbedarf der Arbeiter.Die Arbeiter verdienten ja nur zu ca. 80% was sie brauchten.Die restlichen 20% bekamen sie im Herbst als Vorschuß und wurde dann in niedrigen Raten zurückgezahlt.So verdiente der Arbeitgeber nochmal an den Arbeitern.Wobei auch kontrolliert wurde ob denn auch wirklich Kartoffel gekauft wurden und nicht etwas Schnaps oder anderes Teufelszeug.Eines der Hauptgerichte waren Schales und Dibbelabbes.Hier gibt es verschiedene Auslegungen.Dem Becker Heinz sein Hilde sagte in einer Sendung des SR..Schales iss wie Dibbelabes nur annerschd.Dibbelabbes wird beim Braten umgewendet . Schales wird nicht gewendet und bekommt dadurch oben unt unten eine goldbraune ,köstliche Kruste.Der Teig ist bei beiden derselbe.Ganz einfach.Vor allen waren die Bergleute angesehene Leute die gut verdienten.Außerdem stand ihnen das materiallager und Werkzeuglager der Grube zur Verfüng.Es mußte nur in die Tasche passen ;-)).Weniger die Hüttenarbeiter.Die kamen zum Großen Teil aus dem Hunsrück.Sie wurden mit Bussen abgeholt und heimgebracht.Die Bergleute haben auch eine Art " Kantine ".Die Kaffeküche.Dort solles ja auch wie man hört auch Kaffee geben.Dort sind die Getränke,Wurst und Fleisch damals wie heute preisgünstig zu haben.Das kontrolliert heute der Betriebsrat.Da Bier nicht nur den Durst stillt sondern auch sättigt wurde es hier schnell zum Nationalgetränk.Nach dem 2. Weltkrieg bekamen die Bergleute Zusatzrationen.Für Untertage gab es große,Für Übertage kleine Portionen.Es gab Nudelsuppe.Die wurde auch oft mit nach Hause genommen für die Familie.Für zwei Überstunden ( Kubbe ) gab es eine Flasche,ein Stück Lyoner und ein Weck.Damals gab es Viele Knubbe.Seit der Rückkehr zur Bundesrepublik 1960 gibt es hier vorzugsweise die 1 Ltr.Flasche Bier genannt Bombe.Aus Konkurenzgründen gegenüber den Brauereien aus der BRD.Zum kleinen Preis-die große Flasche .War der Vater satt vom Bier wurde der Restgesammelt und mit Mehl zu einer Biersuppe verarbeitet.Für die Hüttenarbeiter gab es diese Vergünstigungen soviel ich weiss-nicht.Herr der Hütten war der Freiherr von Stumm-Halberg.Er residierte in dem Schloß Halberg,heute Sitz des SR.Er schuf allerdings auch soziale Einrichtungen und half seinen Arbeitern beim Bau von Eigenheimen,deren Stil typisch für verschiedene Gegenden ist.
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Wird irgendwann fortgesetzt